EINLEITUNG


Der digitale Wandel durchdringt nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien, digitale Medien, neue Medienformate und immer neue Vernetzungs- und Anwendungsmöglichkeiten haben bereits in beträchtlichem Maße zur Veränderung unserer privaten Kommunikations- und Lebensgewohnheiten beigetragen. Persönliche Herausforderungen erneuern sich ebenso wie berufliche Anforderungen. Diese Entwicklung wird auch in Zukunft voranschreiten. Sie erfasst grundlegende gesellschaftliche Fragestellungen: Wie kommunizieren wir? Wie arbeiten und wirtschaften wir? Wie gestalten wir Freiheit und Demokratie?

Nach wie vor gilt: Bildung erschließt den Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe und zu einer selbstbestimmten Lebensführung. Um dieses Versprechen auch in Zukunft einlösen zu können, brauchen wir ein Grundverständnis von den epochalen gesellschaftlichen Veränderungen durch die zunehmende Mediatisierung und Digitalisierung. Wir müssen uns vergegenwärtigen, wie unter ihren Bedingungen gelernt, gearbeitet und gelebt werden kann.

Für Schülerinnen und Schüler ist der Umgang mit Computer, Internet und Smartphone selbstverständlich. Soziale Medien sind aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Digitalisierung erfordert Kompetenzen, die den Kerntechniken Lesen, Schreiben und Rechnen zur Seite gestellt werden müssen. Es geht um die Reflexion medienethischer Prinzipien, die eigene Informations- und Gestaltungskompetenz, den eigenständigen und kreativen Umgang mit digitalen Medien. Gleichzeitig ermöglichen digitale Medien neue Lehr- und Lernformen, die Lehrkräfte darin unterstützen, den Unterricht so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen weitgehend selbstbestimmt und eigenverantwortlich erwerben können.

Diesem Ziel dient die Erarbeitung einer bildungspolitischen Strategie, die Medienbildung und Medienkompetenz innerhalb der schulischen Bildung strukturell stärkt und weiterentwickelt.

Das vorgelegte Landeskonzept „Medienbildung in der Schule“, das der medienbezogenen Schulentwicklung ein besonderes Gewicht verleiht, soll hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Dabei können wir auf vielfältige Aktivitäten zurückgreifen, die in den letzten Jahren mit viel Engagement initiiert wurden und erfolgreich durchgeführt werden:

  • die Ausbildung von Medienberaterinnen und –beratern sowie Medienscouts,

  • die Durchführung des Projekts Internet-ABC-Schule,

  • die Konzipierung und Durchführung des „Medienkompass Grundschule im Saarland“,

  • der Saarländische Medienschulpreis, der in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der Landesmedienanstalt des Saarlandes verliehen wird,

  • Präventionsprogramme, IT-Zertifikate, Fortbildungen für Lehrkräfte und vieles mehr.

Diese und andere zahlreiche Angebote und Projekte im Bereich der Medienbildung wollen wir so bündeln und strukturieren, dass ein verbindlicher Rahmen geschaffen wird, der die strukturelle Verankerung von Medienbildung in den schulischen Bildungsprozessen ermöglicht und sie als festen Bestandteil in den Bildungsauftrag der Schulen integriert.

Dabei wollen wir auf die gute und innovative Zusammenarbeit mit unseren zahlreichen Partnerinnen und Partnern – insbesondere der AG Medienkompetenz (Landesinstitut für Pädagogik und Medien, Landesinstitut für Präventives Handeln, Landespolizeipräsidium, Unabhängiges Datenschutzzentrum, Landesmedienanstalt Saarland, Jugendserver-Saar, Europäische EDV-Akademie des Rechts, Ministerium für Bildung und Kultur) – aufbauen.

Zur Verwirklichung der Ziele des Landeskonzeptes „Medienbildung in der Schule“ werden wir weitere außerschulische Bildungseinrichtungen und Institutionen, Kultureinrichtungen, Verbände, Schulträger sowie Hochschulen einbinden. Diese werden in ihrem Arbeitsprozess von einer noch einzurichtenden Steuerungsgruppe „Medienbildung in saarländischen Schulen“ begleitet.

Da wir Medienbildung auch als Bestandsteil der Qualitätsentwicklung im Rahmen der medienbezogenen Schulentwicklung verstehen, wird die Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen durch Beratung sowie externe Qualitätssicherung und Evaluation unterstützt.

Die Handlungsfelder

Die medienbezogene Schulentwicklung soll neue Unterrichtskonzepte fachintegrativ befördern, in denen Medien als Mittel und Gegenstand des Lehrens und Lernens eine wachsende Rolle spielen. Die Nutzung der notwendigen Medientechnik soll gleichermaßen die Erledigung zentraler organisatorischer Aufgaben von Schule ermöglichen.

In den nachfolgend definierten Handlungsfeldern werden die Voraussetzungen für eine umfassende, alle Fächer einbeziehende Medienbildung in der Schule benannt. Diese Handlungsfelder stehen in enger Wechselwirkung zueinander.